Man wird nicht als Frau geboren

Neue Pinakothek
Barer Straße 29 in München

 

Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht

Das berühmte Zitat von Simone de Beauvoir ist der Leitgedanke dieses Rundgangs. Die französische Philosophin ging davon aus, dass die Gesellschaft den Frauen ihre Rolle vorgibt, dass sie also „gemacht“ werden, wie es ihr soziales und kulturelles Umfeld möchte.

So werden bei dem Rundgang die verschiedenen Rollen betrachtet, in die Frauen seit dem Ende des 18. Jahrhunderts geschlüpft sind. Allen voran die Mutterrolle, die zu dieser Zeit durch die Schriften von Rousseau einen neuen positiven Wert gewonnen hatte, eng damit verbunden die Rolle der guten Ehefrau. Doch mit dem fortschreitenden 19. Jahrhundert entwickelte sich ein neuer Frauentyp: mächtig, erotisch, schicksalhaft. Er findet sich in den Porträts der Nana genauso wie in den Darstellungen der Salome und der Eva. Die „femme fatale“ als typische Männerphantasie des ausgehenden Jahrhunderts wird die tatsächliche Welt mit ihrem ganzen Realismus von Daseinskampf und Arbeit gegenübergestellt, mussten sich doch im angehenden Zeitalter der Industrialisierung die Frauen beteiligen. Ein fesselndes Beispiel ist hierfür die Büglerin von Degas.